Neuigkeiten / Aktuell

 

Honduras – Eröffnung der neuen
Heimstätte für Jungen
 
„Uno, dos, tres“- lautstark zählen die Jungen und die Mädchen die letzten Sekunden, bis das blaue Band vom Präsidenten nebst Gattin, dem Weihbischof und Schwester Maria Cho zerschnitten ist. Unter großem Jubel der Besucher und Schützlinge wird am 28. April 2017 die neue Heimstätte für Jungen in Honduras eingeweiht.
 
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Bereits seit Ende Januar 2017 beherbergt diese die ersten Schützlinge. Auf einer Gesamtfläche von 8.457 m2 sind neben einem großen Schulgebäude, Schlafsälen, Labore und Werkstätten, eine Turnhalle und ein großer Sportplatz zu finden. Langfristig werden 650 Jungen in der Villa de los Niños leben und lernen, um einen weiterführenden Schulabschluss zu erwerben.
 
„Kinder aus ärmsten Verhältnissen werden hier ihre Ausbildung machen, werden hier den Grundstein legen, um ihre Träume realisieren zu können.“ Mit diesen Worten beschrieb Schwester Maria Cho das Anliegen dieser Einrichtung.
 
Doch der Weg dahin war kein leichter, denn das ursprünglich vorgesehene Areal lag in einem anderen Vorort der Hauptstadt. Doch massive Proteste der wohlsituierten Nachbarn stoppten das Projekt. Ratsuchend verweilten die Schwestern in ihren Gebeten und erhielten eine konkrete Antwort. Ein wohlmeinender Geschäftsmann schenkte den Schwestern ein Grundstück für die neue Heimstatt. Es ist doppelt so großes wie das ursprüngliche.
 
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Glady Caballero, die Frau des großzügigen Spenders prophezeit bei der Einweihung: „Diese Jugendlichen werden niemals im Gefängnis oder in einer Erziehungsanstalt für Konfliktkinder landen. Sie werden nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Sie sind die Zukunft Honduras“.
 
 

 

 Guatemala: 140 Schüler machen das Abitur

 

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Am 18. Oktober 2016 fand die offizielle Verleihung der Zeugnisse in Guatemala statt. Es war ein langer und arbeitsreicher Weg für die 140 Jugendlichen bis zu ihrem Bachillerato. Der Abschluss ist dem deutschen Abitur vergleichbar. In der bewegenden Feierstunde wurde wieder einmal deutlich, wie viele Begabungen in den Schützlingen der Schwestern stecken. In seiner Rede drückte es der Abiturient Rony Alexander Lemus so aus: „Ich möchte den Schwestern danken, die uns vom ersten Tag an vertraut haben, die uns bis zum heutigen Tag moralisch und geistlich unterstützen. Wir haben durch unsern Abschluss die Chance auf ein Leben ohne Armut.“
 
Viele der glücklichen jungen Erwachsenen stammen aus indigenen Familien, die oft im bettelarmen Bergland zuhause sind und dort nur selten Zugang zu weiterführenden Schulen haben. Doch der Tag hatte noch mehr Positives zu bieten: 232 Jungen schlossen nach vier Jahren die Mittelschule ab und können weiter lernen, um hoffentlich in zwei Jahren ihren Bachillerato zu machen.

 

 

Die große Geburtstagsfeier am 15. August 2016

Es ist ein ganz besonderer Tag und deshalb beginnt er auch mit einem ausgiebigen Frühstück. In allen Räumen ist die gespannte Unruhe zu spüren. Diese überträgt sich auch auf die Schwestern. Ganz besonders sind es die neuen Kinder, die diesen Tag noch nie erlebt haben, sie platzen fast vor Ungeduld.

 
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Nach dem Frühstück feiert jeder der Familien für sich eine kleine Feier, an deren Ende die persönlichen Geschenke von der Mutterschwester überreicht werden. Ein Paar Turnschuhe, ein T-Shirt, ein kleiner Rucksack oder eine wärmende Jacke sind schnell ausgepackt. Dabei haben die Schwestern eine lange Liste mit praktischen und zugleich persönlichen Dingen erstellt, die benötigt werden. Selbstverständlich wird dabei auch nach dem jeweiligen Land und dem Alter geschaut. Auf den Philippinen braucht es keine wärmende Jacke wie in Mexico oder Guatemala. Die Buben würden sich über ein Haarband wohl weniger freuen als die Mädchen.
 
Wenn alle Geschenke bestaunt und verstaut sind, stehen gemeinsame Spiele in der jeweiligen Familie auf dem Programm. Hier lassen die Schwestern ihrer Kreativität freien Lauf und in kleinen Wettbewerben erweist sich die Geschicklichkeit als ganz wichtig. Der Höhepunkt des Mittagessens ist der Nachtisch: Es gibt für jeden eine große Portion Eis.
 
Sind alle Teller gespült und die Tische geputzt geht es nach draußen. Auch hier gibt es wieder einige Spiele und gemeinsamen Vorführungen der einzelnen Jahrgänge. Wenn rund 600 Schützlinge zusammen eine Choreographie einstudiert haben und diese nun vorführen, ist dies etwas ganz besonderes. In jedem Jahr wetteifern die Schüler (und auch die Schwestern), welche Aktion am besten gefällt, wo der Applaus am größten ist.
 
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Als „merienda“ (Zwischenmahlzeit am Nachmittag) werden dann die großen Torten angeschnitten und jedes Kind bekommt ein ordentliches Stück. Meist sind diese mit einem Foto der jeweiligen Familie versehen und so versucht natürlich jeder „sein“ Stück zu bekommen. Da geht es schon recht turbulent zu.
 
Nach dem Abendessen treffen sich nochmal alle Schützlinge in der Turnhalle. Ein kurzweiliges Bühnenprogramm haben die einzelnen Lehrer und Schülergruppen vorbereitet. Musikalisches wird zum Besten gegeben, lokale Tänze werden präsentiert und zum Abschluss stehen auch die Schwestern auf der Bühne. Ihr Habit wird durch eine bunte Kordel oder eine Ansteckblume verziert. Sie singen und tanzen züchtig und dennoch voller Hingabe.
 
Und dann ist der schöne Tag schon fast wieder zu Ende. Um 21.30 Uhr wird das Licht in allen Räumen gelöscht und Nachtruhe kehrt ein. Während die Kinder in ihren Betten noch über den Tag nachdenken hat uns Schwester Elena Belarmino die folgenden Zeilen geschickt.
„Wir sind von Herzen allen Spendern dankbar, die unseren Schützlingen die Möglichkeit geben, an diesem speziellen Tag ihren Geburtstag zu feiern und wirklich glücklich zu sein. Vielen Dank für die treue Unterstützung unserer Arbeit.“
 
 

 

 
Der Weg aus den Slums -
dank einer exzellenten Schule
 
 
Am 21. Juni 2016 wurde die Boystown Adlas der Sisters of Mary mit dem Excellence in Educational Transformation Award 2016 ausgezeichnet. Dazu wurde ein 18-seitiges Dossier über die pädagogische Einrichtung erstellt. Besonders die Übergänge ins spätere Berufsleben, das on-the-job-training im letzten Schuljahr überzeugten die Juroren. Fanden doch rund 90 % der Abgänger 2014/15 direkt eine feste Anstellung. Die restlichen 44 Jungen konnten dank eines Voll- oder Teil-Stipendiums ein Collegestudium aufnehmen.
 
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Umrahmt von zwei Marienschwestern und zwei Ehemaligen steht die Leiterin der Jungenschule,           Neley C. Nieres
 
 
Der Award ist mit 300.000 Philippinischen Pesos (ca. 5.700 €) dotiert. Er wurde in Kooperation des Erziehungsministeriums, eines TV-Senders und weiterer Einrichtungen des Landes gestiftet. Damit sollen Schulen dazu motiviert werden, ihre Ausbildungsqualität deutlich zu verbessern. Das Preisgeld ist den Schwestern sehr willkommen, stehen doch auch weiterhin die Anschaffungen neuer Schulbücher und weiterer Lehrmittel auf dem Plan.
 
 
 

Philippinen: So sehen Sieger aus

 
Sie ist die beste Schülerin in den drei naturwissenschaftlichen Fächern: Die 16-jährige Shella Mae von der Girlstown Adlas. 33 Schulen waren jeweils zu dritt angetreten, um die beste Schule und den besten Schützling in der Provinz Cavite zu ermitteln.
 
Biga - Science Survivor Wizards 2015
(v.l.n.r.: Mary Joy, Mariyet, Schwester Maria Cho und Shella Mae)
 
„Ich war so nervös, doch als die 50 Fragen der ersten Runde vor mir lagen, konnte ich mich gut konzentrieren. Aber der Test war richtig schwer. Auch weil wir keine Taschenrechner benutzen durften lief mir die Zeit davon. Kurz vor Ende der Zeit merkte ich, dass scheinbar alle anderen schon den Zettel abgegeben hatten.“ So beschreibt Shella ihre Eindrücke. Dabei hatte sie gar keinen Grund nervös zu sein, denn sie errang die höchste Punktzahl von allen. Zusammen mit ihren beiden Kameradinnen der Girlstown Adlas belegten sie bereits nach der Vorrunde den ersten Platz.
 
Insgesamt kamen zehn Institute ins Finale, in welchem jeweils zehn Fragen in Biologie, Chemie und Physik beantwortet werden mussten. „Zu dritt saßen wir vor einem Computer und gaben die Antworten gemeinsam ein. Mariyet, Mary Joy und ich konnten unseren Vorsprung verteidigen und am Ende waren wir die beste Schule!“
 
Von den 99 angetretenen Schülerinnen und Schülern erreichte Shella die höchste Punktzahl. Eine wunderbare Entwicklung eines Mädchens, das aus ärmsten philippinischen Verhältnissen stammt. „Diesen Preis haben wir für unsere Schule errungen. Die Schwestern haben uns geprägt, ausgebildet und zu Menschen mit einer positiven Zukunft entwickelt. Auch dank unserem Fleiß können wir die Früchte nun auch ernten. Ich persönlich möchte später als Chemikerin arbeiten, die Welt der Wissenschaft kennen lernen und neue Dinge erforschen. Dann kann ich auch meiner Familie helfen, dass sie einen Weg aus der Armut findet.“
 
 

 

 

Honduras: Wieder auf dem Treppchen

Sie scheint ein wirkliches Mathe-Genie zu sein: Unsere Eva Guadalupe (vordere Reihe, die Zweite von links) hat wieder einen Preis bekommen. Wie im letzten Jahr hat sie die Silbermedaille und den ansehnlichen Pokal bei einem Schulvergleich gewonnen.

Auch diesmal waren mathematische Aufgaben zu lösen, allerdings auf College-Niveau. Auf den dritten Platz schaffte es Maria Teresa (hintere Reihe, die Zweite von links). Sie ist im ersten Jahr bei uns und sofort fiel ihrem Lehrer ihre Begabung auf. Dieser förderte sie und gab ihr das nötige Rüstzeug. Natürlich war sie beim Schulvergleich nervös. Kaum lagen die Aufgaben vor ihr, legte sich die Aufgeregtheit und Maria verwies bis auf zwei Mädchen alle anderen auf die hinteren Plätze.

Kaum auszudenken, welche Gefühle die Mädchen bei der Preisverleihung überwältigt haben müssen. Sie stammen doch aus einfachsten Verhältnissen, aufgewachsen in den Armensiedlungen, wo die Trostlosigkeit oft durch Alkohol und Drogen betäubt wird. Und wieder zeigt sich, dass der Besuch einer guten Schule der einzige nachhaltige Weg ist, die Armut zu überwinden.

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Stolz präsentieren die Mathelehrer ihre Schützlinge. Die guten Leistungen der anderen beiden Mädchen wurden mit Urkunde und Medaille honoriert.
 
 

Philippinen: Aus Schülern wurden Lehrer

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Seit wenigen Wochen sind sie da: 19 neue Lehrer für die Schulen der Schwestern auf den Philippinen. Nach mehr als vier Jahren an der Universität sind sie froh, nun endlich unterrichten zu dürfen.

 
Sie alle gingen bei den Schwestern zur Schule, stammen aus ärmsten philippinischen Verhältnissen. Dank eines Stipendien-Projektes einer Schweizer Stiftung wurde ihr Traum Realität. Aus Schülern wurden Lehrer. Doch das Studium verlangte ihnen wirklich eine Menge ab. „Ich habe schon erwartet, dass es schwer sein würde, an der Universität zu bestehen. Doch es war viel schwieriger, als ich es mir jemals vorgestellt habe“ zieht Jean Paghinayan (auf dem Foto die vierte von links) Bilanz. Sie gehört zu den 19 Ehemaligen des Jahrgangs 2010, die ihre Ausbildung an einer Hochschule fortsetzen durften. Seit Ende April 2015 unterrichtet sie Mathematik in der Girlstown Talisay, auf Cebu.
 
Alle 19 gaben wirklich ihr Bestes, etliche landeten unter den Jahrgangsbesten. Auch Jean bestach durch ihre Leistungen und durfte auf einer internationalen Konferenz ihre Hochschule vertreten. Mathematik, Englisch und die naturwissenschaftlichen Fächer waren die bevorzugten Studienschwerpunkte der 15 Frauen und 4 Männer.
 
Die meisten der neuen Lehrer arbeiten in der Girlstown Biga und Girlstown Talisay. Schwester Elena ist so froh über ihren Nachwuchs: „Es ist so schwer, gute Lehrer zu finden. Neben allem Fachlichen müssen diese ja auch Werte wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit oder Ehrlichkeit vorleben. Wem sollte dies besser gelingen als unseren ehemaligen Schützlingen?“