Gloribeth with family

Gloribeth (mitte) mit Oma, Mutter, Vater und 2 Schwestern

Gloribeth hat es geschafft - den Weg aus der Armut.

Ich heiße Gloribeth B. Nivea, wurde am 19. März 1991 geboren und bin die Älteste von fünf Kindern. Mein Vater ist ein einfacher Landarbeiter.

Wir hatten keinen Strom, keine gute Unterkunft, nicht genug zu Essen und kaum etwas zum Anziehen. Mit sieben Jahren kam ich in die Grundschule. Oft musste ich den langen Schulweg ohne etwas im Magen bewältigen. Ich träumte davon, meiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. In meinem Herzen war eine große Hoffnung, die mich immer wieder zum Lernen anspornte. Als Jahrgangsbeste beendete ich die Grundschule.

Ab dem Jahr 2004 durfte ich bei den Schwestern Maria zur Schule gehen. Die von Pater Aloysius Schwartz ins Leben gerufene Kongregation ermöglicht Kindern aus ärmsten Verhältnissen den Besuch einer weiterführenden Schule. Vier Jahre war ich in der Girlstown Biga zu Hause und erlebte die Herzlichkeit der Schwestern. Essen, Kleidung und Unterkunft waren für mich kostenlos. Unsere vier Aufgaben dort waren: lernen, beten, arbeiten und spielen.

Die Schwestern waren eine Art Ersatzmutter für mich. Ihre Liebe und Fürsorge formten meinen Charakter. Gerade in Mathematik tat ich mich anfangs sehr schwer. Nach dem ersten Jahr war ich aber schon viel besser geworden und am Ende des zweiten Jahres gehörte ich zu den Jahrgangsbesten, die eine Auszeichnung bekamen. Wie stolz waren meine Eltern, als ich ihnen meine Medaille zeigen konnte.

Sehr gerne las ich in der Messe aus der Bibel vor. Gleichzeitig habe ich erleben dürfen, wie liebevolle Freundschaften unter uns Mädchen entstanden sind.

Die Schulen der Schwestern Maria haben uns vermittelt, wie wichtig eine gute Ausbildung für die Gestaltung unserer eigenen Zukunft ist. Ich werde den Schwestern Maria ewig zu Dank verpflichtet sein.

Im letzten Schuljahr fiel der Entschluss, mich sofort um eine Arbeit zu bewerben. Ich wollte lieber Geld für die Ausbildung meiner jüngeren Geschwister verdienen als weiter zu studieren. So fand ich eine Stelle in der Stoffproduktion und arbeitete als CAD-Operator. Dreimal durfte ich nach Japan reisen, um mich weiter fortzubilden. Doch ich wollte meine Ausbildung unbedingt an einem College fortsetzen.

Neben den 44 Stunden Regelarbeitszeit in der Firma begann ich ein Bachelor-Studium im Bereich Mechanik. Insgesamt sieben Jahre dauerte dieses Leben als Werkstudent. Das war die größte Herausforderung meines bisherigen Lebens. Aber ich habe nie daran gedacht aufzugeben. Im letzten Jahr nahm ich mir unbezahlten Urlaub, um mich auf die Abschlussprüfung im Mai vorzubereiten. Und ich habe diese bestanden! Was für ein wunderbarer Moment, als ich auf die Bühne gerufen wurde und mein Diplom bekam. Es war der glücklichste Tag in meinem Leben. Alle Mühe hat sich gelohnt.

 

Gloribeth